The Scotch Single Malt Circle,  Auf der Hofreith 35,   D-40489 Düsseldorf 

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Newsl. 2003/3

11. Cöpenicker Whisky Herbst am 3 -4.09.10  www.whisky-herbst.de
Wir müssen in diesem Jahr passen, doch können Berliner Freunde bei Alfred Prenzlow
unsere neuen Bottlings verkosten

3-5-September Maltstock Festival, just South of Nijmegen, www.maltstock.com
17.09.10.ABRAXAS meets the SOCIETY  20h www.zauberhaftes-abraxas.de
„ Aquavitae „ 13.- 14.11.10  Zeche  Zollverein www.whiskymesse.eu
 

 


NEWSLETTER III 2003

Slainte Mitglied!

Befinden wir uns an einer Wasserscheide oder zwischen Scylla und Charybdis? Haben wir den Frühling vergessen und denken bereits über die Unvermeidlichkeit des Herbstes nach? Verbinden wir vielleicht das Gefühl von Traurigkeit mit dem des Verlangens? Das Verlangen lockt wie Hors d’Oevres aus Frankreich und Antipasti aus Italien: Sie sind appetitanregend! Traurigkeit ist negativ ... Bonjour Tristesse!

Wie so oft in der modernen Sprache ist das Originalkonzept widersprüchlich, genauso wie Gourmet und Gourmand oft umgekehrt verstanden werden. Epicur, der griechische Philosoph (341-270 v.C.) lehrte, dass Freude, die von sozialen Konventionen kontrolliert wird, das höchste Gut sei. Einfach gesagt: Übertreibt Euren Whisky-Konsum nicht!

Nähmet Ihr daran Anstoß, wenn Euch jemand als stoisch bezeichnen würde? Stoizismus bedeutet einfach eine geduldige und gleichgültige Reaktion auf Schmerz oder Freude. Wenn ich meinen „täglichen Dram" nicht erhalte, beklage ich mich und ich reagiere nicht gleichgültig auf Freude! Haltet Ihr an dem Glaubensbekenntnis unserer mehr als 1000 Mitglieder fest, dass ein ‚DRAM PRO TAG‘ den Arzt fernhält? Wenn nicht, seid Ihr Anhänger des Philosophen Pyrrho ... dann seid Ihr nämlich Skeptiker. Wir möchten wiederholen: Wir sind Missionare, gesandt, den Gospel überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verbreiten: Um alle mit einem hedonistischen Anspruch an das Leben bekannt zu machen. Denn Ihr werdet für eine lange Zeit tot sein !!!

Zweifellos sind uns allen verschiedene Stufen und Stadien des Lebens bekannt, d.h. platonische Liebe, Utopia, Brave New World usw. und nun können wir unseren ‚ATARAXIA-KREIS‘ empfehlen. Es gibt keinerlei versteckte Zahlungen, keine Verpflichtung und Ihr werdet nicht mit unerwünschtem, missverständlichem Werbungsabfall bombardiert: Kein aggressiver Verkäufer wird Eure Türschwelle überschreiten! Unsere Philosophie ist die Freiheit von der Angst, die Stille und das Stadium der Ruhe. Und wir können Euch diesen unmöglichen Zustand der Perfektion garantieren, wenn Ihr Euch beim ‚DRAM PRO TAG‘-Club eintragt! Langlebigkeit ist inbegriffen. Sendet kein Geld, sondern lieber ein Attest Eures Arztes, der bestätigt, dass Ihr regelmäßig die vorgeschriebene Menge zu Euch genommen habt. Solltet Ihr innerhalb der nächsten 5 Jahre Euren Geist aufgeben, werden unsere Anwälte dafür sorgen, dass zu Eurem Begräbnis Blumen geliefert werden. Die benötigten Blumen sind abhängig vom Marktpreis!

Es ist noch nicht so lange her, da genossen wir einen ‚wee drap o’magic‘ in einem gemütlichen Pub auf der Isle of Skye, wobei mir stillschweigend verständlich gemacht wurde, dass ich kein richtiger Schotte bin, und das aus zwei Gründen: Zum einen ich bin ein Lowlander aus Edinburgh, zum anderen ‚habe‘ ich das Gälische nicht! Aber irgendwie haben sie mich doch akzeptiert. Und es kam noch stärker. Mein Inselfreund nickte zu Maggie hinüber und fragte: „Und woher kommt diese junge Lady?" Als ich antwortete, dass sie Deutsche ist, stieß er einen Seufzer der Erleichterung aus und sagte: „Oh! Das ist fein; ich dachte, sie sei eine Engländerin!" Was meint Ihr, war dies subtiler Sarkasmus oder versteckte Arroganz? Er jedoch gab uns beiden einen Dram Talisker aus! Wenn Ihr einen schottischen Patrioten mit der Frage „Was hältst du von den Engländern?" konfrontiert, wird er sicherlich entgegnen: „Wir sind ein großmütiges Volk ... wir tolerieren sie!"

Dieses ,Minderwertigkeitsgefühl‘ kann nicht mit dem in Irland verglichen werden; in Schottland schwelt es, während es in Irland explosiv ist. Nun fragt Ihr vielleicht, was das mit SCOTCH zu tun hat. Das Trinken des Whiskies ist ein nationaler Kult, der schon mehr als zwei Jahrtausende existiert und umfassend in seiner Vergötterung ist, d.h. er wird als medizinisches Gerät, als Stimulanz, als Mietvertrag zur Langlebigkeit, als Zutat für die Verbesserung einer schmackhaften Soße für Krustentiere, als Verursacher angenehmer Träume betrachtet und gehört zum Festessen des globalen Connaisseurs. Die Produktion und den Konsum von Uisge Beatha (gälisch für Whisky) können wir in legal und illegal trennen. Wann trennten sie sich? Der Rubikon wurde vermutlich im Aufstand 1745 bei Culloden überschritten, als die Franzosen Prinz Charles Stuart aufzogen und sich die Highland-Clans zu einem erfolglosen Versuch sammelten, um die katholische Monarchie in Schottland wiederherzustellen. Schottland war gedemütigt; die Sprache war befleckt, die nationale Kleidung, der Kilt, wurde verboten und noch viele andere Faktoren verletzten das Selbstbewusstsein und das Wertgefühl. Diese Beleidigung wurde bis heute nicht vergessen.

Und dann war da noch die Abschaffung der Whisky-Produktion. Sie wurde illegal. Kein Wunder, dass die lokale Reaktion auf die Volksabstimmung in London war: „Ihr könnt uns mal ......!" So illegal das Destillieren war - es war ein Status Quo. Die Regierung schickte natürlich Lakaien, um den Aufstand zu unterdrücken, aber es dauerte mehr als 60 Jahre, ehe der Schmuggel schließlich verschwand.

Auf Eurer nächsten Reisetour über die Inseln und Highlands solltet Ihr also Eure Sinne und vor allem die Nase weit öffnen. Vielleicht habt Ihr sogar das Glück, den Hauch einer romantischen Schwarzbrennerei zu riechen, die dem Zoll ‚Ihrer Majestät‘ eine lange Nase dreht. SCOTCH ist Schottland und Schottland ist SCOTCH und egal, wieviele Plagiatoren und Gauner Millionen in den Versuch investieren, ihn zu kopieren, sie versuchen nur, die Augiasställe zu reinigen! Single Malt ist unnachahmbar; der Kunstsinn der Gälen bleibt unauslöschlich!!! In Europa wird bei Feierlichkeiten zweifellos Champagner getrunken, aber innerhalb der Grenzen von SCOTIA muss auf allen Geburtstagen, Hochzeiten, Geburten, Beförderungen und Beerdigungen Whisky getrunken werden. Es gibt den internationalen Ausdruck ‚One for the road‘; das gälische Gegenstück ist ‚a wee deoch an dorius‘. Vor allem ‚de rigeur‘. A must! Ein Muss! In den letzten Newsletters haben wir bereits von den irdischen und medizinischen Vorteilen eines guten Malt geschrieben.

Die Arznei, die mir durch den Kopf schießt, ist der ‚TODDY‘. Sobald meine Mutter auch nur das Gefühl hatte, dass mir eine Erkältung oder die Grippe drohte, pumpte sie mich (und meine Schwester auch) mit TODDY voll. Kinder finden ihn schrecklich, aber nun liebe ich ihn. Dieser Trank beinhaltet Gegensätze:

d.h. stark = Malt Whisky Mische alles:
schwach =Wasser im Winter heiss oder
Zitrone = sauer im Sommer eiskalt
Zucker = süß

Versucht es … Ihr könnt Eure Langlebigkeit nur verlängern!

TODDY: Schwenke kochendes Wasser in einem Weinglas. Gieße das Wasser weg. Fülle 3 Teelöffel Zucker ins Glas und bedecke ihn halbwegs mit kochendem Wasser. Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, füge erhitzten Malt Whisky hinzu und rühre mit einem Silberlöffel; füge anschließend frische Zitrone oder Limonensaft hinzu. Ihr werdet niemals an einer Erkältung sterben. Falls doch, könnt Ihr uns verklagen!

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Hochsommer 2003 von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet werden. Sicherlich beschwerten sich viele Innenstadt-Bewohner über die unerträgliche Backofenhitze. In vielen Stadtteilen wurden Rekordtemperaturen von mehr als 40ºC gemessen. Ist es nicht herrlich, auf der Autobahn zu stehen, während sich die Autoreifen fast am Schmelzpunkt befinden, Euer Motor wegen Überhitzung den Geist aufgegeben hat und die Kinder nach Eis brüllen? Es wird jedoch ein Rekordjahr für Weinbauer. Die Sonnenstrahlen verleihen einigen Leuten eine schöne Bräune, obwohl Dermatologen vor ihrem Zusammenhang mit Hautkrebs warnen! Obsternten und Oliven haben ebenso gelitten, dass wir einen Preissanstieg erwarten können! Wie bereits Vivaldi es in seiner Musik ausdrückte, können wir froh sein, dass uns jede der ‚VIER JAHRESZEITEN‘ eine Vielfalt an Farben schenkt.

Uns interessieren natürlich sehr die Farben Schottlands: Silberne Sandbänke, der Rothirsch, das purpurne Heidekraut, die Glockenblumen, der braune Torf, die grauen Felsen usw. Single Malts sind ebenfalls sehr farbenreich; ein Kaleidoskop mit Variationen in Gelb, sei es von blass bis kräftig zu dunkel hin. Gelb ist der Farbton, weich sein reifer Körper. Weich ist das Gegenteil von aggressiv oder feurig; im Laufe der Jahre langsamer Reifung wird er mild und sanft. Die Reifung des Whiskies kann man nicht beschleunigen – es ist wie bei der Reifung einer Frau: Alles braucht seine Zeit! Es ist der Unterschied des Anspruchs zwischen einem Gourmet und einem Gourmand. Ein Malt Whisky lebt und atmet in seinem Fass. Er ist physisch, spirituell und ätherisch. In Eurem Glas teilt er seinen Reinheitssinn mit; er ist jungfräulich, er ist keusch!

Jedes Land kann stolz auf einen nationalen Poeten/Schriftsteller sein. Die Iren hatten Bernard Shaw, die Deutschen Schiller, die Italiener Dante etc. Die Schotten waren glücklich … wir hatten zwei! Sir Walter Scott war international anerkannt, aber für die Schotten wird der Name Rabbie Burns ewig leben. Wie viel Leute realisieren überhaupt, dass das Lied ‚Auld Lang Syne‘, das sie auf Silvester gemeinsam in New York, Sydney, Kapstadt oder Gelsenkirchen singen, von einem armen Bauernsohn geschrieben wurde, der niemals in den Genuss einer akademischen Ausbildung kam? Diese Genies, wie etwa Mozart, sind nicht ohne weiteres zu entschlüsseln!

Was genau wollen wir begreifen von diesen „enfants terribles", die uns das Gefühl geben, selbst unbedeutend zu sein? Vielleicht haben wir dieselben Gedanken, sind jedoch nicht fähig, sie in Worten auszudrücken. Wie erklärt Ihr Euch das antijüdische Stück von Shakespeare „Der Kaufmann von Venedig"? Shakespeare war niemals in VENEDIG. Rabbie Burns besaß die Fähigkeit, die Gefühle des einfachen Mannes zu interpretieren: „Mit Uisge Beatha werden wir dem Teufel trotzen." Whisky ist eine unbestimmte Legende. Aber wir wissen, dass er eine unermüdliche Verteidigung und Schutz gegen Angst, Krankheit, Melancholie und den Tod ist. Er ist eine Prophylaxe. Ein anderer ‚bäuerlicher Poet‘ war der Schäfer James Hogg im 18. Jh., der vorhersagte: „Könnten wir nur die genaue Menge Whisky herausfinden, die wir jeden Tag zu uns nehmen müssen, wären die Ärzte bald arbeitslos."

Nun möchten wir einen jeden von Euch Mitgliedern bescheiden bitten, SEINE/IHRE vorbeugende Analyse anhand unserer MALTS zu erstellen. Wenn Ihr dem Rat von James Hogg folgt und er nicht erfolgreich sein sollte, werden wir alles zurückerstatten!

Zu unserer großen Freude sind noch 5 Kisten á 12 Fl. des leckeren BALBLAIR Nr. 727 im Warehouse aufgetaucht, die wir letzte Woche mit den ersten 60 Fl. der Neuerwerbung eines jungen CAOL ILA ( auf Schnüffeltour im Mai entdeckt) in unser Lager aufnehmen konnten.

Hier noch einmal die Daten für Fass Nr. 727 Balblair: distilled 26.11.75/01.98, 23 Jahre 57.4% € 69.50

Erlaubt uns, hin und wieder einige Neuheiten unseres Sortiments etwas ausführlicher vorzustellen. Einige Mitglieder haben nicht nur feine Nasen, sondern auch exzellenten Geschmack, den sie ebenso differenziert in Worte fassen können. Das wollen wir euch nicht vorenthalten... Lest selbst!

Fass Nr. 13108, bei uns Nr:131 CAOL ILA , distilled Nov.1990/ Aug 03 12 Jahre 54.9% € 49.90

Andreas hat folgende Noten abgegeben:

    heller Weisswein. im Glas schöne beads (Perlen), auf der Zunge nicht ölig, eher prickelnd frisch. In der Nase ausgeprägtes, aber nicht stechendes, sondern blumiges Torfaroma. Kein Rauch, kein Teer. Ein bischen Meerbrise. Im Mund explodiert förmlich ein deutlicher Torfton, dieser aber nicht brennend oder stechend, sondern blumig elegant, tanzt regelrecht auf der Zunge. Gleichzeitig ausgeprägte malzige Süße (eher Malz als Vanille vom Holz). Langer Nachhall, auch mit Wasser verdünnt. Die Torftöne werden immer feiner, dann ein bischen salzige Frische, wie Ozon in der Nase. Die Süße bleibt lange stehen Ein junger, glasklarer Caol Ila mit ausgeprägt blumigen Torfaromen und mittelschwerem Körper. Das Holz des Fasses (vermutlich Bourbonwood) lässt dem Charakter des Destillats noch den Vortritt.

Fass-Nr. 1125. , ISLE of ISLAY , 10y, 56%Vol , Scotch Single Malt Circle 06/2003

    Ebenfalls bewertet von Andreas

    Farbe wie poliertes Messing; Haptik: wirkt trotz seines jungen Alters ölig, schöne beads im Glas,Glycerin auf der Zunge; Nase: sehr torfig-phenolig, erdig, Ozon, Meerbrise, ganz zarter Hauch von Räucherschinken. Sofort präsent auch ausgeprägte Süße, Malz und feiner Vanilleton. Geschmack: im Einklang mit der Nase, geradezu prickelnd torfig-phenolig auf der Zunge. Wieder simultan die ausgeprägte Süße. Eher vanillig-eichige Süße, weniger Malz. Spät ganz dezent im Hintergrund der für die Distillerie typische Räucherschinkenanklang.

    Nachklang: bleibt sehr lange, zunächst Symphonie aus Torf und Süße, zunehmend gewinnen die erdig torfigen Töne die Oberhand, etwas deutlicher dann auch Rauch, die Süße nimmt langsam ab und weicht bitterschokoartigen Tönen, wird aber nicht adstringierend.

    Fazit: kompromissloser Islay von der Südküste, aus einem exzellenten Bourbanfass. Heftig stechendes Peat wird durch eine ausgeprägte saubere Süße ins Gleichgewicht gesetzt. Wenn man es nicht wüsste, könnte man fast auf einen post 1976 Ardbeg tippen (habe diesen gegen einen 1977 Ardbeg von der Scotch Malt Whisky Society (33.15) verkostet, der sehr ähnlich ist.

    Bemerkung: nicht zuviel Wasser zugeben, da der Whisky sonst leicht trüb wird, wie ein Ouzo. M. E. kein Defekt, sondern zeigt nur an, daß das "Fett"des Destillats nicht wegfiltriert wurde.

Und nun freuen wir uns auf Cöpenick und Steyr, und hoffen viele Freunde zu sehen!

 

Einen güldenen Herbst wünschen -

Bill & Maggie

 

Lang may yer lum reek! Slainte !

 

P.S. Wichtig!!!!!

Offensichtlich hat jemand unerlaubten Zugriff auf unsere Adressendatei gehabt .Die Folge::Viele unserer Mitglieder haben in den letzten Wochen e.mails mit spams erhalten die nicht von uns autorisiert sind. Wenn ihr also in Zukunft emails mit merkwürdigen oder sonderbaren Zusätzen erhaltet- bitte sofort ungelesen löschen,.

Lang may yer lum reek!  (Lange möge Dein Schornstein rauchen)
Telefon: +49211/40 01 53, Fax: +49211/4 08 94 17, eMail: mail@scotchsingle.de

© 2001 The Scotch Single Malt Circle   Bearbeitungs-Stand: 03. September 2010